Ski & Bikerin Renate Heil: Sieg mit 8er Damenteam in Duisburg

Schlaflos im Sattel bei Stahl, Staub und Steine: Die Ski & Bikerin Renate Heil aus Offenberg wurde von Teamchef Ronald Prinzlau in das 8er Damenteam PIRATE-Hamburg berufen: Auf Anhieb konnten sich das Team mit 58 Runden beim 24-Stunden-Mountainbike-Rennen in Duisburg souverän an die Spitze setzen.

Mitten im Herzen des Ruhrgebiets, auf dem Gelände eines zum Industriedenkmal umgebauten Hüttenwerks fand am 7./8. August eines der größten 24-Stunden-Mountainbike-Rennen in Europa statt: 450 Teams, 1800 Fahrer, 20.000 Besucher: Teilnehmerrekord, Besucherrekord und unvergessliche Eindrücke für die Teilnehmer: „Das Fahren durch die stillgelegten Hochöfenanlagen, auf Wurzelwegen in den Parks, über die Treppen zwischen den Stahlöfen, über die kurzen, heftigen Anstiege der Schlackenberge und Abraumhalden: das ist schon eine ganz einzigartige Atmosphäre, vor allem in der Nacht, wenn die alten Hochöfen in schrillen Neonfarben beleuchtet sind.“ schwärmt die Offenbergerin. Nur der aufgewirbelte Staub von rund 1.800 Teilnehmern sei fast unerträglich gewesen. „Wir waren schwarz eingestaubt, über und über, wie Bergleute, wenn wir jeweils nach 1 Runde (ca. 6,8 km Sprint) die Staffel (ein Armband) an die Teamkollegin weiter gaben. Und nachts kam dann wolkenbruchartiger Regen und Gewitter - und alles verwandelte sich in tiefen Schlamm“.

Das leistungsstarke Team mit der Juraprofessorin Renate Heil bestand aus 8 rennerfahrenen Bikerinnen aus ganz Deutschland (von Hamburg, Köln, Mainz, Wiesbaden bis Offenberg/Bayern) und auch Österreich (Bad Goisern), darunter drei Bundesligafahrerinnen (Strassenrennrad, Cross und MTB). Obwohl zwei Bundesligafahrerinnen gleich zu Beginn verletzungs- bzw. krankheitsbedingt ausgefallen sind (eine durch einen Sturz auf der letzten Trainingsrunde vor dem Start, eine nach drei Runden wegen Krankheit), konnte das Team mit nur 6, später sogar nur 5 voll einsatzfähigen Bikerinnen die Konkurrenz weit hinter sich lassen. Der souveräne Vorsprung von 7 Minuten nach dem ersten Durchgang (jede Fahrerin eine Runde) konnte von den verbleibenden Teamfahrerinnen kontinuierlich weiter ausgebaut werden und betrug am Ende des Rennen etwa 1 Stunde (etwas mehr als 3 Runden) zum zweitplatzierten Team (MTB RheinBerg Women) und 5 Runden zum drittplatzierten Team (Bad Bikes Bike Galerie). Weit abgeschlagen das viertplatzierte 8er Damenteam mit 9 Runden Rückstand (insgesamt 49 Runden). Die Ski und Bikerin Renate Heil war bis zum Schluss im Einsatz, fuhr sogar in der Nacht bei Starkregen und Gewitter bis kurze Zeit später das Rennen nach rund 19,5 Stunden vom Rennveranstalter aus Sicherheitsgründen erst unterbrochen und dann beendet worden ist: Die Strecke war durch den anhaltenden Wolkenbruch mit bis zu 20 cm Regenwasser bedeckt, viel zu glitschig geworden, das Unfallrisiko war damit zu hoch.

Rundum zufrieden der Teamchef Ron Prinzlau kurz nach Mitternacht: „Die Mädels lösen sich perfekt ab und fahren alle fast gleich schnell: Das läuft alles wie ein Uhrwerk. Obwohl alle anderen 8er-Frauenteams keine Ausfälle haben, fahren unsere 6 PIRATE-Bikerinnen souverän vorne weg.“

Das Damenteam PIRATE Hamburg fuhr nonstop bis zum Abbruch des Rennens nach 19 Stunden 26 Minuten, wobei jede der Fahrerinnen immer nur rund 18-20 Minuten (1 Runde: 6.8 km) auf dem Mountainbike war, bevor der Wechsel der Staffel zur nächsten erfolgte. Ohne nennenswerten Schlaf legte Renate Heil und ihre Teamkolleginnen mit jeweils gleichbleibend schnellen Sprints auf der Rundstrecke insgesamt 394 Kilometer, 4.060 Höhenmeter zurück und konnten dann freudestrahlend bei der Siegerehrung Ihre Pokale entgegen nehmen: einen auf einen Stein des Bergwerks gesetzten Stahl-Radfahrer.

Rennergebnisse: http://www.24h-duisburg.de/content.php?folder=193

Ein Bericht von Ski & Bikerin Renate Heil